"The Traveling Man"

Der Moment der Wahrheit, der war da, jawoll. Mittwoch um 16.00 Uhr, als ich die Rote Schule betrat, um mit den Aufnahmen zu "The Traveling Man" zu beginnen, der kommenden CD/EP/wie auch immer ihr es nennen wollt. Als ne Stunde später mein Drummer Flip eintraf, fing der Wettlauf gegen die Zeit an- 3 Stunden Zeit, um für 7 Songs die Drumspuren aufzunehmen. Und einen davon kannte er noch nicht mal, weil ich ihn erst am Abend vorher in die Tracklist reingenommen hab. Aber ich wollte "Down to Mexico" unbedingt draufhaben, auch weil es gut zum Gesamtbild des ganzen passt!
Von dem Arbeitstitel "Ellis in Wonderland" bin ich abgewichen, weil er einfach überhaupt nicht passte und überhaupt keine Brücke zu den Songs schlug, anders jetzt als "The Traveling Man". Neben dem gleichnamigen Titellied sind viele Sachen dabei, die mit herumkommen, Reisen, Autofahren, in Bewegung sein zu tun haben. Mit dem Begriff "Reise" verbinde ich auch ganz andere Sachen als nur "einen Urlaub machen". "Reisen" kann so vieles bedeuten. Man kann durch die Vergangenheit Reisen, durch seine eigenen Erinnerungen, man kann sein ganzes Leben als eine einzige Reise sehen, eine spirituelle Reise etc. "Reisen" ist nach meiner Auffassung ein allumfassender Begriff, und viele Songs beschäftigen sich mit sowas (ähnlichem).

Da wären so Sachen wie "Until my Car runs Dry" zu nennen, während einer Autofahrt durchs Emsland (wo ich wirklich am liebsten Autofahre, einfach nur so sinnlos Sprit verfahren und die Seele baumeln lassen) zu einem Song gewachsen und meine damalige Sorgen ausdrückend, ich wusste Zeitweise wirklich nicht, wie lange ich noch, arbeitslos wie ich war, lächelnd durchs Leben wandeln würde.

Oder meine heimliche Lieblingsnummer, "I´m Free". Ich wollte einfach einen Song machen, der von purer Freiheit handelt. Ich hab so einen Freund, der liebt dieses Easy Rider- Feeling, ein Bike, ein Mann, und seine Freiheit, und seine Sehnsucht ist echt ansteckend. So auch hier, einfach mal ausbrechen, alles liegenlassen, ein Bike klauen und solange fahren, bis der Tank leer ist oder die Förster einen schnappen. Lockerleicht und weit weg von jeder Tragik, ich hab die Melancholie diesmal vor der Tür gelassen

Neben einigen anderen ist da dann natürlich noch der Titeltrack, einer dieser Songs, die man in 10 Minuten schreibt weil einfach alle Akkorde auf einmal zusammenpassen und der Text einfach da ist auf einmal. Irres Gefühl, ist wie ein Songwriter- Orgasmus. War bei "I´m Free" übrigens nicht viel anders. "The Traveling Man" handelt von Menschen, wie ich sie jeden Tag kennenlerne, weil ich ihnen Urlaub für Singles oder Flüge zwecks Sextourismus verkaufen soll. Man fängt an, drüber nachzudenken, und ich glaube, die meisten sind einfach einsam. Wollen sich ne Strandschönheit anlachen, oder der Einsamkeit in den eigenen vier Wänden entkommen. Dann liegen sie allein am Strand, zwischen Liebespäärchen und Familien, und merken dort erst so wirklich, wie einsam sie wirklich sind. Oder sie kaufen sich für ein paar Stunden vierzehnjährige Thai- Mädchen und rutschen immer weiter in den eigenen seelischen Abgrund hinein, ohne es selber zu merken.

Ich bin mal gespannt, ob ich dann noch Soundtechnisch das Resultat aus diesen Songs herraushole, was ich mir erhoffe! Die Zeit ist sehr knapp, nächste Woche nur 2-3 Tage Zeit für Gitarren, Bass und Gesang. Die Drumspuren haben wir Mittwoch nämlich schon fertig bekommen
Das wird ein bisschen ein Rennen gegen die Zeit, aber ich bin völlig locker. Ich kann die Songs im Schlaf, Jochen seine Bass- Parts auch und zum Mastern gebe ich das Zeug in bewährte Produzentenhände, Sysipon D. Metrius-Meyer weiß nämlich, was er tut. Und ich freu mich jetzt schon auf das Resultat

7.4.07 03:01

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Sysipon (11.4.07 16:39)
Ich hab mich gestern noch von "Jenny Wren" inspirieren lassen und ein hübsches kleines Juwel zusammengefummelt. Jung, aber am Kompressor scheitere ich gerade! Also mach Dir mal nicht zu große Hoffnungen. Aber wir haben ja noch den Fürther in der Hinterhand, was? Also, Quäl die Saiten!

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